Inkontinenz und Sexualität

Inkontinenz und Sexualität

Inkontinenz berührt oft mehr als den Körper. Sie kann Nähe und Vertrauen erschweren und sogar die eigene Sexualität beeinträchtigen. Viele Betroffene empfinden Scham, wenn sie beim Geschlechtsverkehr Urin verlieren. Dann wächst die Angst, den Körper nicht ausreichend kontrollieren zu können. Heißt das also: Sexualität ade? Nein. Denn Sexualität und Liebe bleiben auch mit Inkontinenz möglich und lebendig. Der Schlüssel: offene Kommunikation, Suche nach Lösungswegen und ein liebevoller Umgang mit sich selbst.

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Warum es beim Sex zu Urinverlust kommen kann:

  • Mechanischer Druck: Beim Geschlechtsverkehr kann Druck auf die Blase ausgeübt werden. Dadurch verliert man Urin.
  • Stimulation: Eine erhöhte Durchblutung und Stimulation im Beckenbereich kann dazu führen, dass die Blase gereizt wird und man plötzlich einen starken Harndrang verspürt.
  • Orgasmus: Die Muskelkontraktionen beim Orgasmus können zu unkontrolliertem Urinverlust führen.

 

Was Betroffene mit dem Thema verbinden

  • Scham und Angst: Die Sorge, den Partner oder die Partnerin zu enttäuschen oder zu belasten. Ebenso die Angst vor peinlichen Momenten oder Gerüchen.
  • Selbstbild und Selbstwert: Wenn der Körper den Erwartungen anderer nicht entspricht, leidet das Selbstwertgefühl. 
  • Praktische Hürden: Wie gehe ich mit unvorhergesehenen Vorfällen um, wo finde ich geeignete Hilfsmittel (z. B. Einlagen, Inkontinenzprodukte)? Der Umgang mit Kleidung oder bestimmten Positionen kann herausfordernd sein.
  • Missverständnisse: Der Betroffene traut sich nicht, offen zu kommunizieren. Deshalb kommt es zu Missverständnissen über Bedürfnisse, Grenzen und Sicherheit. Sie verstärken Angst und Scham und behindern Intimität. 

 

Was hilft – Strategien für Sexualität trotz Inkontinenz:

  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin über Ihre Ängste und Befürchtungen. Finden Sie gemeinsam heraus, was Ihnen guttut, was Sie verunsichert und wo Ihre Grenzen sind. Es ist okay, Nein zu sagen oder um eine Pause zu bitten.
  • Gute Vorbereitung: Entleeren Sie direkt vor dem Sex Ihre Blase und vermeiden Sie harntreibende Getränke wie Kaffee, Fruchtsäfte oder Bier. Passende Inkontinenzprodukte wie spezielle Unterwäsche oder diskret absorbierende Bettauflagen geben Ihnen Sicherheit und sorgen für Entspannung.
  • Verschiedene Positionen: Probieren Sie unterschiedliche Positionen aus, die weniger Druck auf den Beckenboden ausüben. 
  • Andere Formen der Intimität: Durch eine sanfte, langsame Annäherung können Sie die Reaktionen Ihres Körpers beobachten. Paare können neue Formen der Nähe finden, zum Beispiel durch Küssen, Streicheln, Massagen oder erotische Kommunikation. Intimität bedeutet mehr als Geschlechtsverkehr.
  • Professionelle Unterstützung: Sexpositive Beratung, Sexualtherapie oder urologische/gynäkologische Fachärzte, die sich mit Inkontinenz auskennen, können helfen, individuelle Lösungen zu finden.
  • Körperakzeptanz stärken: Seien Sie freundlich zu sich selbst. Lust und Liebe hängen nicht von einem perfekten Körper ab!

 

Sexualität ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Auch wenn Sie mit Inkontinenz zu kämpfen haben, müssen Sie nicht darauf verzichten. Mit einer offenen Kommunikation und der richtigen Unterstützung können auch Sie eine erfüllte Intimität leben!

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